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3. Organisationen in Regensburg, die sich mit Asylbewerbern beschäftigen
In Regensburg gibt es viele nichtamtliche Institutionen und
Organisationen aus den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen,
die sich mit dem Thema Asyl und Asylbewerbern beschäftigen. Da sie
Asylbewerbern in den unterschiedlichsten Anliegen zur Seite stehen,
prägen sie das Leben der Asylbewerber stark mit. Im Rahmen der
Facharbeit wurde versucht all diese lokalen Gruppen zu finden, etwas
über Sie, meist durch ein persönliches Gespräch, zu erfahren, und
sie im folgenden mit ihrer Arbeit vorzustellen. Die Reihenfolge der
Darstellungen geschieht im Alphabet, da es auf Grund der sehr
unterschiedlichen Tätigkeiten der Gruppen sehr schwierig ist, sie
nach Themengebieten zu ordnen.
amnesty international (ai) ist in Regensburg mit einem Asylarbeitskreis
vertreten. Er ist der einzige Asylarbeitskreis der Menschenrechtsorganisation
in der gesamten Oberpfalz und wurde 1994 gegründet. Momentan fünf Leute betreuen
"Flüchtlinge, die in Deutschland Schutz vor Folter und Verfolgung in ihrer
Heimat suchen". Die Asylbewerber schreiben meist in Abschiebehaft, also
nachdem das erste Asylverfahren abgeschlossen ist, an amnesty international.
Der Asylarbeitskreis versucht dann, durch das Vermitteln und die Bezahlung eines
Rechtsanwaltes, sowie in dem man sich Gutachten zur Lage eines Landes von der
ai Zentrale in Bonn erstellen lässt, im Sinne des Asylbewerbers positiv auf
das weitere Verfahren zu wirken. Die Angehörigen des Arbeitskreises gehören
zu den Personen, die den Asylbewerber im Gefängnis besuchen können, ohne das
dies auf seine Besuchszeit angerechnet wird.
Die Stelle des Beauftragten für Asylbewerber und
Aussiedler des Regensburger Dekanats der evangelisch -
lutherischen Kirche gibt es erst seit wenigen Jahren und ist
momentan mit Pfarrer Harro Renner besetzt. Seine Tätigkeit ist sehr
unterschiedlich. Ein Schwerpunkt ist die konkrete Einzelfallhilfe,
die sich in der Begleitung der Asylbewerber zum Ausländeramt, in der
Teilnahme an Gerichtsverfahren, wo er teilweise Asylbewerber
vertritt, sowie in den Besuchen in der Abschiebungshaft zeigt. Auch
versucht Pfarrer Renner durch Mahnwachen das Bewusstsein der
Regensburger zu schärfen. Die Öffentlichkeitsarbeit ist auch bei der
Verteilung von Geschenken für Kinder in den Asylbewerberwohnheimen
wichtig, die seit 1997 alljährlich an Weihnachten und Ostern
stattfindet. Außerdem arbeitet er mit anderen Organisationen, wie
zum Beispiel CRETO zusammen.
Die Beratungsstelle für ausländische Flüchtlinge des
Diakonischen Werkes Regensburg ist mit 1 ½ Arbeitsplätzen besetzt
und bietet in den verschiedensten Anliegen Beratung und Hilfe. Diese
Anliegen umfassen die rechtliche Hilfe, Fragen der Sozialhilfe,
Fragen der freiwilligen Rückwanderung und Weiterwanderung genauso
wie die Suche nach geeigneten Schulen, Kindergartenplätzen oder nach
Gebrauchsgegenständen wie Kleidung oder Möbel. Auch bei
gesundheitlichen oder psychischen Problemen bietet die
Beratungsstelle ihre Hilfe an. Um menschliche Kontakte zu fördern
werden von der Stelle seit Jahren deutsche Ehrenamtliche betreut,
die Flüchtlinge besuchen. Die Beratungsstelle, die seit 1987
besteht, wird fast nur von Asylbewerbern genutzt und ist 5 Tage die
Woche erreichbar.
In der Beratungsstelle für Flüchtlinge des
Caritasverband Regensburg steht ein Arbeitsplatz für die Arbeit mit
Flüchtlingen und damit mit Asylbewerbern in verschiedenen Bereichen
zur Verfügung. So wird eine allgemeine Sozialberatung zu den
verschiedensten Bereichen angeboten. Dies kann alle Lebensbereiche
mit Ausnahme der Rechtsberatung betreffen. Außerdem bietet die
Flüchtlingsberatungsstelle, der ein halber Arbeitsplatz zur
Verfügung steht, Deutschkurse an. Die andere Hälfte des
Arbeitsplatzes wird der Weiterwanderungsberatung gewidmet.
Die aus Ehrenamtlichen bestehende Bürgeriniative Asyl, bekannt unter
dem Kürzel BI Asyl, steht inzwischen schon im 14. Jahr ihrer Arbeit. In ihr
haben sich Regensburger Bürger zusammengeschlossen um das Bewusstsein in Bezug
auf Flüchtlinge und das Asylrecht zu schärfen. Denn, so schreiben sie in der
Festbroschüre zum 10. Gründungsjahrestag: "Unser Auffassung nach ist der
Umgang eines Staates mit seinen Minderheiten - mit Ausländern und Flüchtlingen
- ein Indikator dafür, wie es um dessen Rechtsstaatlichkeit und den Zustand
bestellt ist." So wollen sie gegen die momentane Situation im Asylrecht
vor allem durch Öffentlichkeitsarbeit kämpfen. Vereinzelt findet auch individuelle
Beratung von Ausländern statt.
CRETO, das "comite des refugies togolais a Oberpfalz"
(deutsch: "Komitee der togoischen Flüchtlinge in der Oberpfalz") ist
eine in der Oberpfalzweite Organisation. In ihr haben sich togoische
Oppositionelle zusammengeschlossen, um fern der Heimat für ein
demokratisches Togo zu kämpfen. Seit über 4 Jahren versucht CRETO
durch Presseerklärungen und Flugblätter, Protestmärschen sowie den
Treffen mit Schwestervereinigungen und politischen Parteien der
Opposition Togos die Diktatur aufzuzeigen und sich gegen die
Regierung in Togo sowie gegen die Abschiebungen von Togolesen zu
wehren. CRETO arbeitet hierbei mit anderen Regensburger
Organisationen wie der BI Asyl, der Regensburger Flüchtlingsarbeit
oder dem Asylbeauftragten des Dekanats zusammen. Bedrohlich für die
Existenz CRETOs wird die angestiegene Zahl der Ablehnung der
Asylanträge der Mitglieder. So sind von anfangs 500 Mitgliedern 1999
nur noch 10% übrig.
Auch der Farbkreis ist eine in Regensburg wohl
einzigartige Institution. Seit 1983 bietet er in "offenen
Werkstätten" Kindern und Erwachsenen die Möglichkeit mit Holz, Ton
und Farben zu arbeiten. Da immer mehr Asylbewerberkinder kamen,
konzentrierte er sich seit 1987 mit auf die Arbeit mit diesen. Für
eine Hausaufgabenbetreuung stellte ihm die Regierung in der GU Alte
Straubinger drei Räume zur Verfügung. 3-4 mal in der Woche bietet
der von der Stadt finanziell geförderte Farbkreis außerdem
Freizeitangebote außer Haus an, einmal die Woche ist die Werkstätte
im alten Eisstadion geöffnet. Die Angebote sind für alle Kinder ohne
Einschränkung offen. Auch zu Familien hält der Farbkreis Kontakt und
versucht diese mit Mobiliar, bei Ämtergängen oder manchmal auch
finanziell zu unterstützen. Personell ist der Farbkreis mit einer ½
Stelle ausgestattet, die von einem Zivi, derzeit 2 Ehrenamtlichen,
und manchmal auch einem Praktikanten unterstützt wird. Finanziell
steht hinter dem Farbkreis neben der Stadt der gleichnamige
Farbkreis e.V..
Der Internationale Kultur- und Solidaritätsverein, kurz
IKS, ist ein Zusammenschluss von Deutschen, vor allem
oppositionellen Türken, und Flüchtlingen. Er möchte die
Verständigung zwischen den Nationen fördern. Dies geschieht vor
allem in kulturellen und politischen Veranstaltungen. Der Verein hat
momentan um die 70 Mitglieder und besteht seit über 3 Jahren. In
seinen Räumen in der Kreuzgasse bietet er der Beratungsstelle der
Regensburger Flüchtlingsarbeit e.V. Platz.
Der Regensburger Flüchtlingsarbeit e.V. wurde 1995 von
Personen gegründet, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren. Er
bietet eine Beratungsstelle in den Räumen des IKS an, die zweimal
die Woche je zwei Stunden besetzt ist. In der Beratungsstelle werden
zum einen Bescheide des BAFL und Urteile dem Flüchtling verständlich
gemacht, zum anderen wird zum Beispiel durch Begleitgänge eine
Hilfestellung im Umgang mit Behörden angeboten. Außerdem versucht
diese bei der Bewältigung persönlicher und psychischer Probleme zu
helfen. Im Jahr 1999 gab es 450 Beratungsgespräche. Die
Beratungsstelle bietet außerdem Informationsmaterial zu
asylrelevanten Themen. Der Trägerverein selbst versucht
ehrenamtliche Mitarbeiter für eine Flüchtlingsbetreuung zu gewinnen
und zu unterstützten. Er ist Mitglied im paritätischen
Wohlfahrtsverband und arbeitet eng mit Organisationen wie die BI
Asyl, ai oder der Beratungsstelle des Diakonischen Werkes
zusammen.
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